Der Wu-Tang Clan ist eine Hip-Hop-Gruppe aus Staten Island, New York City. Anfang der 1990er etablierte sie einen musikalisch neuen, düsteren und surrealen Stil im Hip-Hop. Gegenüber den immer sauberer werdenden Funk- und Popanleihen der damaligen Hip-Hop-Welt setzte sie Posse Cuts und experimentelle Beats ein.
Die Texte setzten sich vom hedonistisch geprägten Gangsta Rap ab, und versuchten sich einerseits an einer pessimistischeren Beschreibung der Ghetto-Welt, die aber stark von Mythologie aus Kung-Fu-Filmen geprägt waren. Mit der später eingeführten Bekleidungsmarke Wu Wear setzten sie einen neuen vielfach kopierten Trend: heutzutage verdienen viele Hip-Hop-Gruppen mehr an ihren Bekleidungsmarken als an der Musik.
Die Gruppe ist nach dem als Heimat der inneren Kampfkünste bekannten Wudang-Gebirge in China benannt, Staten Island taucht in den Lyrics der Gruppe oft als Shaolin auf.
Der Wu-Tang Clan führte eine Organisationsreform in die Hip-Hop-Szene ein, die es so bis dato nicht gegeben hatte und die bis heute viele Nachahmer findet. Zwar waren Auftreten und Organisation als „Posse“ (Freundeskreis, Gruppe) auch vorher schon in der Szene verbreitet, der Clan aber bildete ein wesentlich engeres und stark auf Vermarktung ausgerichtetes System, das im Laufe der Zeit immer mehr erweitert werden sollte.
Der Clan mit seinen neun Mitgliedern (jetzt nur mehr 8, durch den Tod von Russell Jones a.k.a. Ol´ Dirty Bastard) bildet die Kerngruppe, um die sich eine Vielzahl von Künstlern gruppiert. Alle Mitglieder des Clans sind auch als Solo-Künstler aktiv, haben eigene Plattenverträge und ein eigenes Management. Die künstlerische Leitung und die Entscheidungen darüber, was veröffentlicht wird, liegt in der Hand eines Mannes: RZA. Das Logo, eine stilisierte Fledermaus, war dabei so bekannt, dass das Magazin The Source es 1997 anstelle der Musiker auf das Cover setzte.
Gruppen wie die Ruff Ryders, D.I.T.C. oder The Diplomats haben später erfolgreich das Konzept übernommen.
Die Mitglieder:
Um den Clan herum entstanden ebenfalls zahlreiche Firmen, die ihn in vielen Bereichen vermarkteten: die bekannteste dabei ist wahrscheinlich die Bekleidungsmarke Wu Wear. Die Clan-Mitglieder veröffentlichten einen Comic, bereits 1993 eine Web-Site und das Videospiel Shaolin Style. Mehrere Plattenlabel sind sehr Wu-nah. Neuestes Projekt ist das Label Wu-Latino, das mehrere Reggaeton- und Latin Hip Hop-Künstler unter Vertrag nahm.
Robert Diggs alias RZA; Produzent und Rapper ist de facto Chef der Gruppe. Tritt auch als Prince Rakeem alias Abbott alias Rzarector alias Bobby Steels alias Bobby Digital auf und steuerte in letzter Zeit u.a. Filmmusik für Blade: Trinity und Kill Bill bei.
Gary Grice alias GZA; Rapper, RZAs Cousin und einer der drei Gruppengründer. Tritt auch als The Genius alias Justice Maximillion auf. Die zwei Cousins GZA und RZA benannten sich nach dem Geräusch, das die Namen Genius und Robert ergeben würden, wenn sie auf einem Turntable gescracht würden. Die Namen werden also in einem Wort ausgesprochen, meistens mit einem vorangestellten Artikel, also etwa The R'sa und The Dsch'sa.
Russell Jones alias Ol' Dirty Bastard; Rapper und einer der drei Gruppengründer. War auch als Solo-Rapper sehr erfolgreich, starb 2004 an einem Herzinfarkt, verursacht durch eine Überdosis Kokain und Tramadol. Trat auch als Dirt Dog alias ODB alias Dirt McGirt alias Big Baby Jesus alias Unique Ason alias Cyrus alias Joe Bananas alias Jesus alias BZA alias Osirus auf.
Clifford Smith alias Method Man; Rapper, neben Ol' Dirty Bastard der erfolgreichste Solo-Künstler der frühen Zeit. Tritt auch als Johnny Blaze alias Hot Nikkels alias Long John Silver Shakwon alias Ticallion Stallion alias The Iron Lung alias Methtical alias The MZA alias Mef alias Meth alias Mr. Mef auf.
Dennis Coles alias Ghostface Killah; Rapper, einziges Mitglied, das die ganze Zeit über einen Vertrag als Solo-Künstler bei einem Major hatte, zur Zeit einziger Wu-Tang mit Veröffentlichungen, die auch außerhalb der Szene erfolgreich sind. Tritt auch als Tony Starks alias Ironman auf.
Jason Hunter alias Inspectah Deck alias "The Rebel INS", "Rollie Fingaz", "5th Brother" und "Manifesto". Agiert als Rapper und Produzent. Prägte maßgeblich das erste Wu-Tang Clan Album "Enter The Wu-Tang - 36 Chambers" mit seinen Parts auf den beiden Lead Singles "Protect Ya Neck" und "C.R.E.A.M.", die letztendlich das Fundament für den Erfolg des Wu-Tang Clan bildeten. Er veröffentlichte 1999 nach etlichen Verzögerungen sein Debütalbum "Uncontrolled Substance", 2003 folgte dann "The Movement" und 2006 das "The Resident Patient" Mixtape, das er über sein eigenes Label "Urban Icon" Records auf den Markt brachte.
Lamont Hawkins alias U-God; Rapper, musste wie Inspectah Deck lang auf ein Solo-Album warten. Zerstritt sich zwischenzeitlich mit RZA. Tritt auch als Baby U alias Golden Arms alias 4 Bar Killer alias Lucky Hands auf.
Corey Woods alias Raekwon; Rapper, ebenfalls früh solo erfolgreich. Tritt auch als Shallah Raekwon alias Chef alias Lou bzw. Lex Diamonds auf. 1995 veröffentlichte er eines der einflussreichsten Hip-Hop Alben der 1990er, welches den Namen Only Built 4 Cuban Linx... trägt
Elgin Turner alias Masta Killa; Rapper, musste bis 2004 mit seinem Solo-Album (No said Date) warten und steht für den Stil der Frühzeit. Tritt auch als Noodles alias Jamal Irief alias High Chief auf.
Darryl Hill (alias Cappadonna alias Cappachino alias Poppy Wardrobe King) sei laut RZA seit Mitte 2007 juristisch gesehen Mitglied des Wu-Tang Clans. Seine Mitgliedschaft ist aber nicht wirklich geklärt!)