Verschiede Jazz Stile
Wichtige Jazz Stile
- Ragtime (Jazz-Vorläufer)
- Dixieland Jazz
- New Orleans Jazz
- Chicago Jazz
- Swing
- Bebop
- Cool Jazz
- West Coast Jazz
- Modal Jazz
- Hard Bop
- Soul Jazz
- Avantgarde Jazz
- Free Jazz
- Jazz Fusion
- Jazz Blues
Weitere Jazz Stile
- M-Base
- Gypsy Jazz
- Latin Jazz
- Chamber Jazz
- Creative Jazz
- Mini-Jazz
- Asian American Jazz
Stilmischungen
- Jazz Blues
- Third Stream Jazz
- Jazz Fusion
- Calypso Jazz
- Jazz Rap
- Smooth Jazz
- Acid Jazz
- Nu Jazz
New Orleans Jazz
New Orleans Jazz entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts in New Orleans (Louisianna) und verbreitete sich in den 1910er Jahren durch New Orleans Bands nach Chicago, Illinois und New York. Dixieland wird häufig als der erste wirkliche Jazz-Stil gesehen. Es war auch die erste Musik, die unter dem Begriff "Jazz" zitiert wurde. Vor 1917 wurde das Wort Jazz oft "Jass" buchstabiert. Ein bekannter späterer Vertreter des New Orleans Jazz und des Dixieland war Louis Armstrong, der allerdings darüber hinaus in vielen Bereichen des Jazz wirkte. Eine sehr bekannte Melodie aus dieser Stilrichtung ist "When The Saints Go Marchin In". Der historische Vorgänger war die Musik der Marching Bands, Märsche, Hymnen, Negro Spirituals und Blues. Auch der Ragtime floss in den New Orleans Jazz ein. In den 1950er Jahren erlebte der New Orleans Jazz eine Renaissance (New Orleans Revival). Stilmerkmale: Kollektivimprovisation, Breaks, Trompete Hauptstimme (wird von anderen Stimmen umspielt).
Dixieland Jazz
Durch die damalige Rassentrennung waren Bands nach Hautfarben getrennt. In New Orleans gab es von Anfang an sowohl afroamerikanische als auch weiße Bands. Sie lieferten einander oft musikalische Duelle in den Straßen. Es bildete sich schließlich eine weiße Spielart des New Orleans Jazz heraus; der Dixieland Jazz. Bei dieser Richtung traten die ursprüngliche Tonbildung, Schleiftöne, expressives Vibrato und der Gesamtausdruck zurück. Die Melodien waren glatter, die Harmonien reiner und die Technik versierter. Dixieland Jazz ist allerdings nicht scharf vom New Orleans Jazz abzugrenzen. Im Verlauf der Zeit spielten Musiker unabhängig von ihrer Hautfarbe beide Richtungen. Heute gibt es drei Hauptströmungen des Dixieland Jazz: Den Chicago Style, West Coast Revival und New Orleans Traditional.
Chicago Jazz
In Chicago fand der New Orleans Jazz bzw. der Dixieland Jazz der Profis aus dem Süden viele Nachahmer. Dazu zählten insbesondere Junge Amateure, meist Schüler und Studenten. Es gelang ihnen nicht, die komplexen Konstruktionen gleichwertig nachzubilden. Daher wurde ein neuer Stil entwickelt; der Chicago Jazz. Die Melodien überkreuzen sich hier nicht mehr sondern liegen parallel zueinander. Die einzelnen Soli haben hier größere Bedeutung. Erstmalig tritt hier das Saxofon als wichtiges Instrument auf. Der bedeutendste Vertreter dieser Stilrichtung war Bix Beiderbecke.
Swing
Der Swing war die populärste Stilrichtung der Jazzgeschichte. Sie entstand Mitte bis Ende der 1920er Jahre und hatte zwischen 1935 und 1945 ihre Boomzeit. Mit dem Swing ist auch die Entstehung der Bigband verbunden. Sie ist seine typische Musikerformation. Die Bigband geht in ihrer Besetzung auf die klassische siebenköpfige New-Orleans-Jazzband zurück. Die drei Blasinstrumente der Band (Posaune, Klarinette und Trompete bzw. Kornett) wurden nun mehrfach besetzt.
Darüber hinaus steht der Begriff "Swing" für ein rhythmisch-dynamisches Grundcharakteristikum des Jazz. Durch die minimale Verschiebung der Betonungen innerhalb des Taktes vom Puls (den vier Taktschlägen oder Beats) weg entsteht ein "federnder", als "Swing-Feeling" bezeichneter Rhythmuseindruck.
Bebop
Bebop löste ab 1943 Stück für Stück den Swing als Hauptstilrichtung des Jazz ab. Er bildete den Ursprung des Modern Jazz. Besonderheiten sind größere rhythmische Freiheiten für Schlagzeug und Bass, sehr schnelle Tempi und komplexe Harmonieschemata. Komponisten des Bebop griffen oft auf bestehende musikalische Themen und Harmonieabfolgen zurück und veränderten dabei das harmonische Schema. Alternativ wurden auch neue Themen geschrieben, die der Ausdrucksweise des Bebop gerechter wurden als die Originalthemen (ein Beispiel dafür ist der Titel How high the Moon von Ornithology). Ein weiteres Merkmal des Bebop sind Improvisationen auf langen formalen Strecken.
Latin Jazz
Latin Jazz ist eine Spielart des Modern Jazz, die sich vor allem durch die Übernahme von Rhythmen und teilweise auch Kompositionen aus dem Repertoire der lateinamerikanischen Musik auszeichnet. Im engeren Sinne handelt es sich vorwiegend um einen Crossover zwischen Elementen des Jazz und verschiedenen Stilen aus der Karibik, wobei wiederum der Musik Kubas eine Schlüsselstellung eingeräumt wird. Im weiteren Sinne schließt der Begriff auch Einflüsse aus der brasilianischen Popularmusik mit ein. Der Pionier des Latin Jazz war Dizzie Gillespie. Er führte 1947 in der New Yorker Carnegie Hall zusammen mit kubanischen Kongospielern die "Afro-Cuban Drums Suite" auf.
Cool Jazz
Cool Jazz wurde Ende der 1940er in New York, USA von progressiven Jazzmusikern aus dem Bebop heraus entwickelt. Es ist eine anspruchsvolle Jazzrichtung. Sie führt über ihre Unterart Modal Jazz zum klassischen Free Jazz der frühen 1960er. Miles Davis war ein Vorreiter und bekannter Vertreter des Cool Jazz.
Hard Bop
Der Hard Bop (auch Hardbop) ist eine Weiterentwicklung des Bebop seit ca. 1950, die Einflüsse aus dem Cool Jazz, aber auch Elemente aus dem Soul und Blues vereinte, was eine insgesamt 'härtere' als die bisherige Spielweise mit sich brachte. Die traditionellen Elemente der genannten Richtungen wurden technisch an ihre Grenzen entwickelt. Eine Unterart des Hard Bop ist der Soul Jazz, der noch geradliniger aufgebaut ist.
Soul Jazz
Soul Jazz ist eine Weiterentwicklung und Unterart des Hard Bop, die in den frühen 60er Jahren entstand. Blues-, Soul- und Gospelelemente spielen eine tragende Rolle. Soul Jazz ist meist gekennzeichnet durch verhältnismäßig einfache Rhythmen und eingängige Melodien. Der Soul Jazz erlangte in den 60er Jahren große Popularität. Herausragendes Beispiel hierfür ist das Stück Mercy, Mercy, Mercy von Joe Zawinul (gespielt mit Cannonball Adderley), das ein Charthit wurde.
Free Jazz
Free Jazz ist einerseits ein historischer Begriff für freies ungebundenes Improvisationsspiel im Jazz seit den 60er Jahren. Andererseits ist es ein bis heute ausstrahlendes Paradigma, das die Möglichkeit zur freien Entfaltung immer neuer Formen im Jazz einfordert. Eine stilistische Analyse ist nur bedingt möglich. Die folgenden Merkmale sind typisch, aber nicht jedes für alle Stücke dieses Genres zutreffend: Aufhebung jeglicher musikalischer Regeln, Atonalität aber auch Zwölftonmusik, freie Rhythmik, Einflüsse aus verschiedenen Stilrichtungen (besonders Weltmusik), Aufhebung der Trennung zwischen Klang und Geräusch sowie keine Trennung mehr zwischen Solo- und Begleitstimmen (wodurch die Musiker kommunizieren und ihre Stücke entwickeln). Das Jazz-Merkmal des "Leadsheets" (kompositorischer Rahmen) existiert im Free Jazz nicht mehr (vereinfacht ausgedrückt spielt jeder Musiker, was er will).
Jazz Fusion
Jazz Fusion ist ein Genre, das Jazz mit anderen Stilrichtungen kombiniert, speziell mit Rock, Funk, R&B, Elektronischer Musik und Weltmusik. Typischerweise mischen Jazz-Musiker hier Jazztechniken unter Einsatz elektrisch verstärkter Instrumente, wie der E-Gitarre, dem E-Piano und dem Synthesizer mit rhythmischen Strukturen afromerikanischer Popmusik, sowohl von Soul als auch von Rhythm and Blues aber auch Rockmusik.
Acid Jazz
Acid Jazz ist im eigentlichen Sinne kein Jazzstil. Vielmehr wurde der Begriff in den späten 80er Jahren geprägt, als vorwiegend britische DJs tanzbare Soul- und Funkjazz-Aufnahmen der 60er und 70er wiederentdeckten und in Diskotheken spielten. Viele Aufnahmen der damaligen Zeit wurden unter diesem Label wiederveröffentlicht. Im Zuge dieses Revivals bildeten sich auch neue Formationen, die Jazz mit Soul und Funk kombinierten. Dabei wurden auch elektronische Klangerzeuger verwendet, speziell beim Beat aber auch sonst im Arrangement. Es ist tanzbarer Clubsound und steht dem Musikgenre Disco nahe.
Nu Jazz
Nu Jazz (gelegentlich auch als Electro Jazz bezeichnet) ist eine Richtung der elektronischen Musik der späten 1990er und der 2000er Jahre. Auch der Nu Jazz ist nur bedingt als originärer Jazzstil zu bezeichnen, da die Basis dieser Musik meist elektronische Musik ist, die mit Jazz-Elementen verbunden wird. Wie auch Electronica oder Downtempo ist Nu Jazz nicht genau definiert, sondern wird vielseitig eingesetzt und für viele verschiedene musikalische Variationen verwendet. Als Nu Jazz kann beispielsweise sowohl Drum and Bass oder House mit Jazz-Einschlägen (wie zum Beispiel bei St. Germain) als auch der so genannte Broken Beat von Bugz in the Attic oder 4Hero bezeichnet werden. Selbst der von Jazz und Detroit Techno stark beeinflusste Sound der britischen Technoproduzenten As One und Ian O'Brien lässt sich als Nu Jazz kategorisieren.