[ Black Music |  Registrieren |  Kalender |  Member |  Team |  Suchen |  FAQ |  Black Forum ]

Black-Music.org Community | Hip Hop, RnB, Soul & Jazz Musik Forum » Black Music Genres » RnB Forum » Die Geschichte und Entstehung des Rhythm and Blues (mit vielen Videos!!) » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Die Geschichte und Entstehung des Rhythm and Blues (mit vielen Videos!!) 2 Bewertungen - Durchschnitt: 9,002 Bewertungen - Durchschnitt: 9,002 Bewertungen - Durchschnitt: 9,002 Bewertungen - Durchschnitt: 9,00
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
FLOW
Tripel-As


images/avatars/avatar-66.gif

Dabei seit: 15.04.2008
Beiträge: 171

Bewertung: 
6 Bewertung(en) - Durchschnitt: 8,50

Level: 29 [?]
Erfahrungspunkte: 238.356
Nächster Level: 242.754

4.398 Erfahrungspunkt(e) für den nächsten Levelanstieg

Die Geschichte und Entstehung des Rhythm and Blues (mit vielen Videos!!) Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Die Geschichte.

Rhythm and Blues bestimmt seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts die populäre Musik der Schwarzen in den USA. Da sich die Art der afroamerikanischen Unterhaltungsmusik im steten Wandel befindet, fasst man unter den Begriff Rhythm and Blues auch sehr unterschiedliche Genres zusammen. Grundlegend bleibt aber der Rückgriff auf die Wurzeln der schwarzen Musik, bestehend aus Gospels, Spirituals und Blues.
In den 40er und zu Beginn der 50er Jahre interpretieren schwarze Big Bands und Kneipen-Combos den Rhythm and Blues als eine Art Tanzmusik. Die treibenden Rhythmen verschmelzen mit den angesagten Vokals des Doo Woop und kirchlichen Gospel-Phrasen später zum Soul. Als Vorreiter der Soulmusik fungiert in dieser Zeit Ray Charles, später folgen dann Marvin Gaye, Barry White oder The Temptations.

Marvin Gaye: Sexual Healing
http://www.youtube.com/watch?v=GVTN5o9Kgu8

The Temptations: My Girl
http://www.youtube.com/watch?v=LbAaLdLguLo&feature=related

Barry White: Can't Get Enough Of Your Love Baby.
http://www.youtube.com/watch?v=x0I6mhZ5wMw

Jackson Five: Blame It on the Boogie
http://www.youtube.com/watch?v=vjW1iq4IO2k

TINA TURNER What's Love Got To Do With It EXTENDED VERSION [1984]
http://www.youtube.com/watch?v=0eu3WIXuzmo

In den 80er Jahren kommt der Begriff Rhythm and Blues für afroamerikanische Unterhaltungsmusik aus der Mode, auch interessieren nur noch sich wenige für Soul. Afroamerikanische Pop-Musiker wie Michael Jackson, Janet Jackson, Prince, Whitney Houston u.a. lassen zwar in den Melodien nach wie vor ihre musikalischen Ursprünge erkennen, doch der Sound und die rhythmischen Strukturen lehnen sich dagegen meist mehr an weiße Popproduktionen an. Resultat: alles klingt sehr glatt und perfekt. Die Rhythmen betonen nicht mehr so stark Synkopen und werden dadurch 'gerade'. Die technische Entwicklung der elektronischen Instrumente wie zum Beispiel Drum-Computer oder Syntheziser trägt dazu ihren Teil bei. Nur am Werdegang der Künstler zeigt sich der Ursprung in der schwarzen Kultur. Sie etablieren sich zuerst in den nach wie vor vorhandenen Rhythm and Blues-Charts, bevor die weiße Hörerschaft sie wahrnimmt und sich der Erfolg in den Pop-Charts einstellt. Diese Übernahme gipfelt in der Bezeichnung des Rhythm and Blues-Sängers Michael Jackson als King Of Pop.

Michael Jackson This is it (Neuer Song)
http://www.youtube.com/watch?v=mlH8zZOgcNU

Zusammen mit Produzent Quincy Jones definiert Jackson Ende der Siebziger auf dem Album "Off The Wall" die moderne Ausrichtung des R'n'B. Funkige Disco-Sounds vereinen sich mit guten, alten Soul-Tunes, heraus kommt eine sexy-groovende, oft schmalzige Version des Mainstream-Pop, die man auch in den späteren Werken eines Teddy Riley oder Puff Daddy wieder findet. Jacko selbst bleibt seinem Sound mit den beiden nächsten Werken "Thriller" und "Bad" zwar treu, doch dank überragenden Superstarstatus in der ganzen Welt und seinem Bestreben "weiß" zu werden, entfernt er sich von seinen afroamerikanischen Roots. Doch die Auswirkungen seines Erfolges sind bis heute spürbar. Die Geburtsstunde des R'n'B war die Revolution, die sich auch in dem Titel "King Of Pop" ausdrückt: Die von der weißen Popkultur Mitte der Achtziger vollzogene Krönung des 'Königs' Michael Jackson war erst möglich, nachdem dieser die Klassenschranken zwischen schwarzer Tanzmusik und weißem Amüsierbetrieb nieder gerissen hatte.

Gegen Ende der 80er Jahre drängt der Hip Hop in den Mainstream, und so kommt auch der R'n'B nicht mehr an der musikalischen Ausrichtung der Subkultur vorbei. Tone Loc, Young MC, DJ Jazzy Jeff and The Fresh Prince sowie später MC Hammer und Vanilla Ice nehmen eingängige Stücke auf. Sie bestehen meist aus Samples, die von großen vergangenen Hits stammen (zum Beispiel MC Hammers "U Can't Touch This" mit Samples von Rick James "Super Freak") und Raps, die nicht mehr von den Schwierigkeiten in den Gettos handeln, sondern von Partys.

Rap-Musik findet so ein größeres Publikum. Naughty By Nature, Coolio, Will Smith oder Salt-N-Pepa sind typische Vertreter dieser erfolgreichen Richtung, die einen weiteren wichtigen Grundstein für den heutigen R'n'B setzt.

Teddy Riley, Produzent und Mitglied von Guy, ist auf den beiden Platten "Guy" und "The Future" von 1988 und 1990 der erste, der Hip Hop-Beats samplet und darüber reinen, sprich ohne Raps unterbrochenen Soul-Gesang legt. Der Stil erinnert noch an Pop der 80er oder seichte Funkstücke, doch die technisch Verbindung zwischen Hip Hop und Soul ist durch das Samplen vollzogen. Den neuen Stil bezeichnet man zunächst als New Jack Swing. Mit körperbetonten Grooves, die sich in sexy Tanzvideos manifestieren und der im Rap typischen Selbstdarstellung avanciert der R'n'B zur Schlafzimmer-Musik schlechthin. Ob heiß und schwitzend wie Rileys Blackstreet oder kuschelig wie die Boyz II Men, Marvin Gayes "Sexual Healing" findet im modernen Rhythm And Blues seine Erfüllung.

Vorreiter des New Jack Swing-Sounds ist Sex-Symbol Bobby Brown. Brown klingt mit seinem Album "Don't Be Cruel" zwar sehr nach Michael Jackson, doch auch hier zeigt sich schon die Verbindung der beiden Stile der schwarzen Musik. "My Prerogativ" ist ein internationaler Hit und damals an jeder Straßenecke zu hören. Eher für die ruhigeren Stunden ist Babyface geschaffen. Dieser macht in den 70ern seine ersten Schritte im professionellen Musikgeschäft als Backgroundsänger in der Band von Bootsy Collins. In den 80ern gründet er mit seinem Partner Antonio Reid seine eigene Funkband. Er ist also mit der Verschmelzung von harten Rhythmen und weichem Gesang vertraut. Gemeinsam gründen Reid und Babyface das LaFace Label, auf dem Bobby Brown, Sheena Easton und Karyn White Songs veröffentlichen. Stücke wie "It's No Crime", Whip Appeal, "Never Keeping Secrets", "When Can I See You", die Babyface unter eigenem Namen heraus bringt, sind Anfang der 90er Jahre schon sehr sparsam in der Instrumentation, die Rhythmen ticken langsam und die einzelnen Beats stechen stark hervor. Darüber liegt Gesang mit weichen Linien, Vibrato und gelegentlich gepressten Tönen, die das im Soul zum Ausdruck gebrachte Leid verdeutlichen sollen.

Bobby brown: My Prerogative
http://www.youtube.com/watch?v=f5YWqtOQq8s

Ja Rule & Bobby Brown - Thug Lovin
http://www.youtube.com/watch?v=PyiFwgbdyv0&feature=related

Doch das Paradebeispiel ist P. Diddy alias Puff Daddy. Er schafft es, mit Coverstücken aus den 80er Jahren ("Ill be missing you"), die den Refrain des Originals bis auf den Text exakt übernehmen, und eingängigen, schleppenden Beats, Leute für Hip Hop zu begeistern, die sich eigentlich nicht für Sprechgesang interessieren. Seine Idee funktioniert: wochenlang dominieren seine Songs ab Mitte der 90er Jahre die internationalen Charts.

Puff Daddy : Ill be mising you
http://www.youtube.com/watch?v=3EzeKK6qD-M

Davon inspiriert und ermutigt verwenden immer mehr schwarze Pop- bzw. Soul-Produzenten Elemente des Hip Hop. Die Fusion von Soul-Gesang mit Hip Hop-Beats wird in den 90er Jahren zum Inbegriff des R'n'B. Dabei kommen gelegentlich auch Raps vor, was die enge und dauerhafte Verwandtschaft zum Hip Hop begründet. Von diesen neg verwandten Stilen unterscheidet sich der R'n'B am deutlichsten durch seine Thematik: Wenn der Hip Hop Protest ist und der Soul für die Liebe steht, dann ist R'n'B der reine Sex.

R.Kelly: Fiesta
http://www.youtube.com/watch?v=1M2c5ToIKRY

Dass auch die Breakbeat-Hochzeit des Jungle und Drum'n'Bass Mitte der 90er Jahre nicht spurlos am R&B vorüber ging, beweist unterdessen die 'Rückkehr der Synkopen' (Akzentverschiebungen). Moderne R'n'B-Beats sind ein Meisterstück in Sachen Drum-Programming. Mit Hilfe moderner Sampling-Technologie und einer unglaublichen Vielfalt an synthetischen Tonerzeugungsverfahren strotzen sie vor intelligenten Klängen, Geräuschen und Sounds. Sie sind abwechslungsreich, aufwändig und Ami-phatt produziert und dürfen sogar zu den unmöglichsten Zählzeiten akzentuieren. Die Masse wurde während des Drum'n'Bass-Hypes bereits durch alle dunklen Gassen geschickt. In der Nach-Breakbeat-Ära bringen rhythmische (Raf-)Finessen deshalb niemand mehr aus dem Takt. Eindrucksvoll demonstrieren das z.B. Destiny's Child oder TLC. In London kreieren Craig David und Artful Dodger fast zeitgleich aus Drum'n'Bass-Rhythmik, der 4-on-the-Floor-Atmosphäre des Vocal House/Garage, der Gefälligkeit der "Blackness" und der Chartstauglichkeit des R'n'B einen neuen Stil namens 2Step.

Craig David: walking away
http://www.youtube.com/watch?v=fuNqDBstipU

TLC: Waterfalls
http://www.youtube.com/watch?v=m-n-jZJhpT4

Destinys Child: Bootylicious
http://www.youtube.com/watch?v=f5YWqtOQq8s

Im Laufe der letzten Dekade erscheinen eine Flut von verschiedenen Bands, Sängern und Sängerinnen, die diese neue und kommerziell erfolgreiche Richtung einschlagen, die genannten Destiny's Child und TLC oder Boyz II Man sind nur die erfolgreichsten. R. Kelly erarbeitet sich über Jahre hinweg eine Fangemeinde, zählt heute zu den Superstars und gilt mittlerweile schon fast als idealtypischer R'n'B-Musiker. Mary J Blige macht zunächst mit hartem Image und deftigem Gesang auf sich aufmerksam. Mit der Zeit verändert sie ihr Auftreten und singt weichere Töne. Mittlerweile sind diese Kooperationen eine Selbstverständlichkeit: Mary J. Blige, Aaliyah und Missy Elliott arbeiten mit Timbaland, Destiny's Child mit Wyclef Jean und Beyoncé Knowles mit The Neptunes.

Beyonce: Sweet dreams
http://www.youtube.com/watch?v=tcjgWmKC6MM&feature=related

Mary j Blige: "We Ride (I See The Future)"
http://www.youtube.com/watch?v=sKrNUzs5_2U

Derweil kümmern sich einige Newcomer um die Progession des Genres. Estelle sorgt mit "Shine" ebenso für euphorischen Applaus, wie die Musicalsängerin Elisabeth Withers mit ihrem Majordebüt "It Can Happen To Anyone"

Estelle: Shine
http://www.youtube.com/watch?v=23A-GDGYEDM
14.10.2009 01:05 FLOW ist offline Beiträge von FLOW suchen Nehmen Sie FLOW in Ihre Freundesliste auf

Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Black-Music.org Community | Hip Hop, RnB, Soul & Jazz Musik Forum » Black Music Genres » RnB Forum » Die Geschichte und Entstehung des Rhythm and Blues (mit vielen Videos!!)

Forum: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab
Links: Internetradio | Dutch Hosting | 3 Tage Wach